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freunde

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Die meisten bleiben auch nach einer Episode erhalten, aber viele auch nicht, insbesondere dann, wenn sie sehr nahe standen. Wie bei so vielen Lebenssituationen ists für Karrierewege und Freundschaft eine bipolare Erkrankung ein schreckliches Handicap.

Es kann Karrierewege zerstören, Finanzen ruinieren und langjährige Lebensfreundschaften zerstören und dabei wollen wir das nicht, aber sind in einer Manie wie wir eben sind: unkontrollierbar.

Nichts kann diesen Verlust ersetzen und die Wunde bleibt immer offen, ein Leben lang. Klar werden die Positionen wieder langsam besetzt und vieles, was ich über Umwege dann die folgenden Jahrzehnte mit bekommen hab, bin ich froh nicht mittragen zu müssen, aber es ist ein Scheiß, Freunde zu verlieren, die einem näher als ein leiblicher Bruder waren.

Was wusste ich mit 25 Jahren von Psychoedukation und Medikation, von Selbsthilfegruppen und EX-IN?

Oder mit 30 Jahren von einer psychiatrischen Klinik. War damals in einer Psycho-Stelle für Studis, aber das war unterirdisch. Leider, hatte ich doch erkannt, dass ich Hilfe brauche, aber…….gut wäre damals eine bipolare Selbsthilfegruppe gewesen. Oder direkt der Gang in die Psychiatrie.

Den Freunden

Des Menschen Tage sind verflochten,
die schönsten Güter angefochten,
es trübt sich auch der frei’ste Blick;
du wandelst einsam und verdrossen,
der Tag verschwindet ungenossen
in abgesonderten Geschick.

Wenn Freundesantlitz dir begegnet,
so bist du gleich befreit, gesegnet,
gemeinsam freust du dich der Tat.
Ein Zweiter kommt, sich anzuschließen,
mitwirken will er, mitgenießen;
verdreifacht so sich Kraft und Rat.

Von äußerm Drang unangefochten,
bleibt, Freunde, so in eins verflochten,
dem Tag gönnet heitern Blick!
Das Beste schaffet unverdrossen;
Wohlwollen unsrer Zeitgenossen,
das bleibt zuletzt erprobtes Glück.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)